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Texte&Konzepte zu nachhaltigen Themen


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In der aktuellen Ausgabe vom FOGS Trendmagazin schreibe ich darüber, wie Food-Trends und das Internet den Lebensmittelhandel umkrempeln. Bonativo-Gründer Christian Eggert erzählt im FOGS-Interview zudem, welche Rolle Gütesiegel spielen und warum auch ambitionierte Hobbyköche mit den regionalen Erzeugnissen des Berliner Lieferdienstes auf ihre Kosten kommen. Weiterlesen

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Bild: Bonativo

 


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#TOA15: Nachhaltige Technologie in der Post-Smartphone-Ära

16. Juli 2015. Auch wenn es der Name der Veranstaltung nicht gleich verrät, auf dem Tech Open Air #TOA, das seit diesem Mittwoch in Berlin stattfindet, ist Nachhaltigkeit ebenso ein Thema. Auf der Treptower Seite der Spree, in grünster Großstadt-Idylle, findet derzeit DIE Konferenz der Digitalwirtschaft statt. An der Alten Teppichfabrik in Alt-Strahlau haben vor allem junge, innovative Start-Up-Unternehmer und Technik-Begeisterte wortwörtlich ihre Tipis aufgeschlagen und die Macbooks auf dem Schoß aufgeklappt.

In lässiger Atmosphäre, die so eher auf einem Open Air Festival als auf einer Konferenz zu erwarten wäre, finden sowohl Outdoor als auch in den Räumlichkeiten des alten Industriegebäudes Impulsvorträge und Networking statt. Reichlich vorhandene Strandbars sowie die dazu passend gekleideten Securities in Hawaii-Hemden sorgen für körperliches Wohlgefühl. Kaum ein deutsches Wort ertönt von den jungen und junggebliebenen Teilnehmern. Gut gefüllt sind die Sitzflächen mit Sonnenklappstühlen und Logistik-Palettenbänkchen, auf denen sich Kreative und Entwickler austauschen. Schon im Vorbeigehen lässt sich immer wieder eine Frage belauschen, die die Community bewegt: „Where did you get your inspiration?“ Eine gute Frage. Denn zum Austausch und gegenseitigem Inspirieren ist das Event auch gedacht. „Our mission is to connect, grow, and inspire the human spirit through interdisciplinary knowledge exchange and collaboration,“ lassen die Veranstalter verlauten, die das Event seit 2012 jedes Jahre aufs Neue auf die Beine stellen.

Berlin, 16. Juli 2014.  Das Tech Open Air (TOA), Europa´s erstes interdisziplinäres Festival in seine dritte Runde: An zwei Tagen wird die deutsche Hauptstadt wieder in einen internationalen Treffpunkt für die Kreativ- und Technologiewirtschaft verwandelt. Mit dabei sind mehr als 2.500 Besucher aus aller Welt, bis zu 175 internationale Speaker, Partner und Acts aus den Bereichen Technologie, Musik, Kunst und Wissenschaft sowie über 75 “Satelliten-Events”. In der alten Teppichfabrik “Protzen&Sohn”, einem der letzten Industriedenkmäler im Herzen Berlins, trifft sich heute die Kreativszene zur “Unconference”. Bei Talks, Debatten und Workshops stehen Wissensaustausch, gegenseitige Inspiration und Networking im Mittelpunkt. Am Donnerstag werden wieder zahlreiche Unternehmen und Institutionen in der ganzen Stadt verteilt eigene so genannte “Satelliten-Events” veranstalten. 2014 wird das Tech Open Air gemeinsam mit Partner MINI präsentiert.

Das Tech Open Air (TOA), Europas erstes interdisziplinäres Festival in seiner dritte Runde.

In einer Branche, die vornehmlich Start-Ups regieren, auch von „alten Hasen“ sprechen zu können, mutet bei den ausstellenden Unternehmen schon besonders an. So finden sich vor Ort aber neben etablierten Anbietern von Musiksoftware, wie Native Instruments einer ist, ebenfalls relativ neugegründete Aussteller-Unternehmen wie Spotify als Music Streaming-Lösung oder aber Online-Zahlmethoden-Newcomer Number26.  Shopping-Plattformen wie Zalando oder Outfittery sucht man selbstverständlich nicht vergebens. Applikationen, die zum guten Aussehen beitragen, kann man auf dem TOA15 also auf jeden Fall erleben. Entwicklungen, die ein gutes Gewissen beflügeln sollen, sind jedoch auch Thema.

Am späten Mittwochnachmittag stellte Aubrey Anderson, Gründer und Geschäftsführer des US-amerikanischen Unternehmens Monohm Inc. vor, wozu er sich hatte inspirieren lassen. Mit der Idee, ein Mobil-Gerät namens „Runcible“ auf den Markt zu bringen, das das reale Leben natürlicher mit dem Digitalen übereinbringen soll und auch noch nachhaltige Anforderungen erfüllt, wendet sich Anderson an die vielzähligen Zuhörer im ersten Basement der Alten Teppichfabrik.

Optisch spielt das Design von „Runcible“ bewusst auf Dinge an, die seit jeher Orientierung geben. Das handflächengroße, kreisrunde Gerät, das er mitgebracht hat, sieht aus wie eine Mischung aus Taschenuhr und Kompass. Das Rückcover besteht aus einem nachwachsenden Holz. Funktional kann das Telefon jedoch genau dasselbe wie jedes andere Smartphone. Mit einem Unterschied: Es klingelt nicht. Es beept nicht. Der Benutzer soll es zur Hand nehmen, wenn ihm der Sinn danach steht und er gerade nicht nur real, sondern auch digital mit anderen kommunizieren kann und möchte.

Mit diesem Ansatz greift das amerikanische Start-Up das immer präsentere Thema der gesellschaftlichen Entschleunigung auf. Besonderen Wert legt Anderson in seinem Vortrag darauf, zu erwähnen, dass es die Monohm Inc. mit der Langlebigkeit seiner Produkte anders hält als sonstige Anbieter. Diese, so erwähnt er, bauen ihre Geräte häufig so, dass sie nach gar nicht allzu langer Zeit den Geist aufgeben, obwohl sie das nicht müssten. Zu verhindern wäre dies seiner Auffassung nach auf jeden Fall. Das junge Tech-Unternehmen denkt nach eigenen Angaben daher ganzheitlich, was die verwendeten Materialien, den Produktionsprozess und den gesamten Lebenszyklus seines Produktes angeht. So sollen User ihr Mobilgeräte beispielsweise ohne weiteres zurückgeben können, wenn sie es nicht mehr gebrauchen, damit die Einzelteile recycelt und in den Produktkreislauf zurückgeführt werden können.

Aubrey

#TOA15: Aubrey Anderson spricht über Mobile-Geräte in der Post-Smartphone-Ära

Dass er mit dieser Geschäftsidee die Hürde zu bewältigen hat, ein angelerntes User-Verhalten zu verändern , sieht er als Chance. So rezitiert er zum Abschluss seines Vortrages John F. Kennedy, der sagte, dass die USA den Flug zum Mond anstrebte, weil sie wussten, dass es ein schwieriges Vorhaben war: „We choose to go to the moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard.“

Da in den USA nicht ganz untypisch, lässt der Gründer ein persönliches Storytelling in seine Präsentation einfließen und erläutert an Hand eines Bildes seiner kleinen Tochter seine Motivation. Als seinen „Moon“ bezeichnet er sie und erläutert weiter, dass es sich, seiner Auffassung nach, zu Gunsten dieser Generation lohne, ein bequemes angelerntes Verhalten aufzubrechen und die User zu mehr Nachhaltigkeit und Entschleunigung zu inspirieren. Das TOA-Publikum hat dafür Applaus übrig. Weitere Fragen hat es nicht.

Um einen bewussteren Umgang und Konsum zu initiieren, mögen diese Ansätze grundsätzlich richtig sein. Im Netz werden zu seinem Produkt jedoch auch Stimmen laut, die das Gerät als „Smartphone, das sich doof stellt“ bezeichnen.

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Das Smartphone, das sich doof stellt? Das „Runcible“ von Monohm Inc.

 

Quellen:

http://toa.berlin/about/

www.twitter.com #TOA15

http://mono.hm/

www.golem.de

 


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Frankreich: Lebensmittelverschwendung großer Supermärkte gesetzlich eingedämmt

In seinem Film „Taste the Waste“ skizziert Regisseur und Journalist Valentin Thurn das Ausmaß der Verschwendung sehr anschaulich: Allein in der Europäischen Union werden jährlich 90 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Das entspräche 3 Millionen vollen LKW, wenn man diese den Äquator entlang aneinander reihen würde. Frankreich ist das erste Land der EU, das der Ressourcen-Vergeudung jetzt offiziell entgegenwirkt. Per Gesetzeskraft sind große Supermärkte dort nun dazu verpflichtet, noch verwertbare Lebensmittel entweder karitativen Zwecken oder der Verwendung als Tierfutter zuzuführen, statt diese einfach nur zu entsorgen, wie das Greenpeace Magazin berichtet.

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Noch ganz frisch? In Supermärkten ist es gang und gäbe noch verwertbare Lebensmittel zu entsorgen. Creative Commons CC-BY Oliver Hallmann

 

 


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Berliner Schrottküche begeistert technikaffine Jugend und spendet Elektroschrott neues Leben

Wer möchte kein Nokia 3210 mit sechs Beinen und niedlichen Augenbrauen?

Die Berliner Schrottküche brachte junge, technikaffine Menschen in Berlin-Kreuzberg zusammen. Aus Elektroschott-Teilen bauten die Teilnehmer kleine Roboter, ganz im Zeichen der Wiederverwertung, wie die Zeit Online berichtet.

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Teilnehmer der Schrottküche | Zeit Online